Pakete unter MikroTik RouterOS deaktivieren

Wie man nicht benötigte Pakete (vorübergehend) deaktiviert

RouterOS verfügt über eine eigene Paketverwaltung, mit der sowohl zusätzliche Komponenten installiert, aber auch nicht benötigte Teile deaktiviert werden können. Wie das geht, erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Schon im ersten Teil meiner Einführungsserie habe ich die Paketverwaltung kurz angesprochen, indem das IPv6-Paket aktiviert, sprich zusätzliche Funktionalität bereit gestellt wurde. Doch auch der andere Weg ist denkbar: das Deaktivieren nicht benötigter Funktionen. Sei es, um die Oberfläche aufgeräumter zu halten, Systemressourcen zu sparen, oder aber auch aus Sicherheitsgründen – was nicht aktiviert ist, das bereitet im Zweifelsfall auch weniger Probleme.

Die Paketverwaltung mittels WinBox
Die Paketverwaltung mittels WinBox

In meinen Setups habe ich mittlerweile folgende Konfiguration vorgenommen – das IPv6-Paket ist, wie eingangs schon beschrieben, jeweils aktiviert.

Hinweise

Pakete können unter RouterOS sowohl deaktiviert als auch deinstalliert werden. Sofern der Speicherplatz nicht knapp wird, empfehle ich lediglich das Deaktivieren. So kann man in kurzer Zeit wieder zum vorherigen Zustand zurückkehren, ohne sich selbst in Probleme zu bringen. Deinstalliert man beispielsweise das PPP-Paket am DSL-Anschluss, kann man sich nachher nicht mehr einwählen und die fehlende Komponente herunterladen.

Ein Hinweis vorab: Je nach Nutzung und Konfiguration werden bestimmte Pakete benötigt, beispielsweise beim Betrieb eines Hotspots. Nachfolgende Beispiele sind auf mein konkretes Setup gemünzt, können bei dir vor Ort aber ggf. anders aussehen.

Switches

Am Switch werden die meisten Funktionen deaktiviert, denn er hat in der Regel die wenigsten Aufgaben. Mit folgenden Befehlen wird die Zahl der Komponenten reduziert:

/system package disable wireless
/system package disable hotspot
/system package disable mpls
/system package disable routing
/system package disable ppp
/system package disable advanced-tools

Danach muss das Gerät mittels

/system reboot

neu gestartet werden.

Access Points

Am Access Point verhält es sich ähnlich, zumindest wenn ein Router dahintergeschaltet ist, der die Verbindung ins Internet herstellt. Die Konfiguration ist vergleichbar mit der am Switch, jedoch darf logischerweise das wireless-Paket nicht deaktiviert werden. Die Befehle sehen daher wie folgt aus:

/system package disable hotspot
/system package disable mpls
/system package disable routing
/system package disable ppp
/system package disable advanced-tools

Auch hier muss das Gerät mittels

/system reboot

neu gestartet werden.

Router

Der Router hat im Normalfall die meisten Aufgaben und benötigt daher auch mehr Komponenten als die anderen Geräte.

Handelt es sich um einen reinen Router, der weder ein WLAN-Interface hat noch als CAPsMAN dient, so kann das wireless-Paket deaktiviert werden:

 /system package disable wireless

Die folgenden drei Pakete sind, trotz des Namens, im Normalfall auch auf einem Router nicht erforderlich:

/system package disable hotspot
/system package disable mpls
/system package disable routing

Rein theoretisch kann bei einer Verbindung per Kabelmodem auch das PPP-Paket deaktiviert werden – ich lasse es zur Sicherheit jedoch immer aktiviert, um auch DSL- oder VPN-Verbindungen nutzen zu können. Ausschalten könntest du es mit:

/system package disable ppp

Ganz gleich welche Pakete nun deaktiviert wurden, danach muss das Gerät mittels

/system reboot

neu gestartet werden.

Ausblick

Ein deaktiviertes Paket lässt sich einfach mittels

/system package enable PAKETNAME

und einem anschließenden Neustart wieder aktivieren. Ggf. muss die Konfiguration der jeweiligen Komponente dann allerdings erneut vorgenommen werden.

Übrigens, weiter oben ist zudem der Begriff CAPsMAN gefallen, mit dem man mehrere Access Points zentral verwalten kann – das wird eine der nächsten Anleitungen sein, die ich hier veröffentlichen werde.

Florian Effenberger

Autor: Florian Effenberger

Florian engagiert sich seit über 13 Jahren für freie Software und ist einer der Gründer der The Document Foundation, der Stiftung hinter LibreOffice

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